Seminar Techniken des Wissensmanagements

Dr. Georg Groh, Dr. Claudia Hess, Dr. Florian Wolf, Dr. Wolfgang Wörndl, Walter Kammergruber, Robert Eigner, Prof. Dr. Johann Schlichter

WS 09/10

Modul: IN0014 (auch als IN2107 verwendbar)

 


Organisatorisches:

  • Vorbesprechung: Freitag, 23.10. 17:00 -18:30, Raum 01.07.023. Die Anwesenheit ALLER Teilnehmer ist ABSOLUT notwendig!!!!

  • Das Seminar findet als Blockveranstaltung an 4 Tagen statt :
    12.01.2010, Raum 01.07.023 (Seminarraum Schlichter)), 14:00 bis 17:00 Uhr
          Vortragsthema 5: 14:00
          Vortragsthema 13: 15:00
          Vortragsthema 14: 16:00
    14.01.2010: Raum 01.07.023 (Seminarraum Schlichter)), 14:00 bis 17:00 Uhr
          Vortragsthema 1: 14:00 
          Vortragsthema 2: 15:00
          Vortragsthema 4: 16:00
    18.01.2010: Raum 01.07.023 (Seminarraum Schlichter)), 13:00 bis 17:00 Uhr
          Vortragsthema 6: 13:00 
          Vortragsthema 7: 14:00
          Vortragsthema 11: 15:00
          Vortragsthemen 12: 16:00
    19.01.2010: Raum 01.07.023 (Seminarraum Schlichter)), 14:00 bis 17:00 Uhr
          Vortragsthema 8: 14:00 
          Vortragsthema 9: 15:00
          Vortragsthema 10: 16:00
  • Pro Seminartag finden 3 bzw 4 Vorträge mit entsprechender Nachbereitung (inhaltliches und vortragstechnisches Feedback + Verbesserungsvorschläge, inhaltliche Diskussion) statt.
  • Geplant ist, den Seminartag in zwei Sessions a 2 Stunden aufzuteilen
  • Es sind bis zum Seminartag die Folien / Vortragsmaterialien und eine Ausarbeitung von ca. 15 Seiten anzufertigen, die die Inhalte der Folien geeignet vertieft (vergleichbar mit einem Kapitel eines Skripts zu einer Vorlesung oder einem auf wissenschaftliches Niveau angehobenen Wikipedia-Beitrag) und Literaturquellen und Hinweise zur erleichterten Erarbeitung des präsentierten Stoffes enthält. Ziel der Ausarbeitung ist es nicht, "als Fleißaufgabe" die Literatur "ausschnittsweise abzuschreiben" sondern eine kohärente, wissenschaftlich adäquate und niveauvolle, knappe und zweckmäßige Zusammenfassung des Vortragsthemas zu liefern, die für jemanden, der sich darin neu einarbeiten will, unmittelbar nützlich ist.
  • Die Vorbesprechung des Seminars findet in der ersten Woche des Wintersemesters statt
  • Es wird 14 Plätze geben.
  • Anmeldung: First come first served (mit Warteliste) bis zur Vorbesprechung im Oktober per Mail an Georg Groh
  • Es ist zwingend erforderlich, sich regelgerecht in TUM-Online für diese Veranstaltung anzumelden. Eine Abschluss-Prüfung im engeren Sinne gibt es natürlich nicht. Die Prüfungsleistungen bestehen aus den Folien / Vortragsmaterialien und der Ausarbeitung von ca. 15 Seiten und dem Vortrag selbst.
  • Die Anwesenheit an den Seminartagen ist verpflichtend

Lernziele: (Als vereinfachte Zusammenfassung der im Modul angegebenen Ziele) :

  • Selbständige Recherche eines Fachthemas aus der informatik
  • Erwerb von Kenntnissen und Überblick in Bezug auf das fachliche Seminar-Thema
  • Besonders vertieftes Wissen auf dem Gebiet des eigenen Vortrages

Vorbesprechungsfolien (mit Teilnehmer-Zuordnung):

folienVorbesprechung

Kompendium aller Ausarbeitungen, Vorträge und verwendeter Literatur:

Passwortgeschützte Zip-Datei


 

Mögliche Vortrags-Themen: 

 

1. Kollaborative Ontologiemodellierung
(Betreuerin: Claudia Hess) 

Web-basierte Plattformen zur kollaborativen Ontologieentwicklung haben das Ziel, die Entwicklung von Ontologien durch Gruppen von Knowledge Engineers und Anwender zu unterstützen. Diese Plattformen reichen dabei von Semantischen Wikis zu web-basierten Ontologieeditoren. Dabei stellen sich u.a. die Frage, welche Ansätze diese Plattformen verfolgen um die Kollaboration zwischen den Benutzern zu unterstützen sowie die Frage nach der Qualitätssicherung der kollaborativen Arbeit. 

Siorpaes, Katharina; Hepp, Martin: myOntology: The Marriage of Ontology Engineering and Collective Intelligence, Proceedings of the ESWC 2007 Workshop "Bridging the Gap between Semantic Web and Web 2.0", June 7, 2007, Innsbruck, Austria. http://www.heppnetz.de/files/SiorpaesHepp-myOntology-eswc07-camready.pdf

 
Simone Braun, Andreas Schmidt, Andreas Walter, Valentin Zacharias. In: OnTheMove Federated Conferences 2008 (DAO, COOP, GADA, ODBASE), Monterrey, Mexico, Lecture Notes in Computer Science vol. 5332, Springer, 2008, pp. 1568-1578. http://www.fzi.de/images/files/pub/Braun_Schmidt_Walter_Zacharias_OntologyMaturingForSearchingManagingAndFinding.pdf 
 

2. Von Tags zu Ontologien
(Betreuerin: Claudia Hess) 

Tagging ist eine der am weitesten verbreiteten Technologien des Web 2.0. Ein möglicher Ansatz, Benuzter ohne Vorkenntnisse in die Entwicklung von Ontologien einzubinden, und somit die Anzahl der für das Semantic Web verfügbaren Ontologien zu erhöhen ist der Weg über Tags. Tags werden dabei schrittweise zu Elementen der Ontologie verfeinert. Welche Ansätze und Tools gibt es, um diesen Weg von Tags zu "Lightweight Ontologies" und weiter zu Ontologien zu unterstützen?

Van Damme, Céline; Hepp, Martin; Siorpaes, Katharina: FolksOntology: An Integrated Approach for Turning Folksonomies into Ontologies, Proceedings of the ESWC 2007 Workshop "Bridging the Gap between Semantic Web and Web 2.0", June 7, 2007, Innsbruck, Austria. http://www.heppnetz.de/files/vandammeheppsiorpaes-folksontology-semnet2007-crc.pdf
 
Robert Jäschke and Andreas Hotho and Christoph Schmitz and Bernhard Ganter and Gerd Stumme, Discovering Shared Conceptualizations in Folksonomies. In: Web Semantics: Science, Services and Agents on the World Wide Web , Vol. 6 , Nr. 1 , feb (2008) , p. 38--53.
 

3. Semantic Wikis
(Betreuerin Claudia Hess) 

Semantische Wikis verknüpfen Wiki-Konzepte mit semantischen Technologien und erweitern so die Funktionalität von "gewöhnlichen" Wikis. Die Nutzer eines Semantischen Wikis können zum Beispiel semantische Annotationen zu Wiki-Seiten oder zu Links hinzufügen. Diese formalisierte Wissen ist maschinenverarbeitbar. Somit können Semantische Wikis die Benutzer auf verschiedene Arten bei der Navigation und der Suche in den Inhalten sowie bei der kollaborativen Arbeit unterstützen. Welche Ansätze gibt es hier und wie werden sie in verschiedenen Semantischen Wikis wie z.B. MediaWiki oder KiWi umgesetzt? 

Völkel, M., Krötzsch, M., Vrandecic, D., Haller, H., and Studer, R. 2006. Semantic Wikipedia. In Proceedings of the 15th International Conference on World Wide Web (Edinburgh, Scotland, May 23 - 26, 2006). WWW '06. ACM Press, New York, NY, 585-594. http://www2006.org/programme/files/pdf/4039.pdf

Sebastian Schaffert, Julia Eder, Szabolcs Grünwald, Thomas Kurz, Mihai Radulescu, Rolf Sint, and Stephanie Stroka (2009): KiWi - A Platform for Semantic Social Software. In: 4th Workshop on Semantic Wikis (SemWiki2009) at ESWC09, Heraklion, Greece, June 2009. http://sunsite.informatik.rwth-aachen.de/Publications/CEUR-WS/Vol-464/paper-17.pdf
 

4. Semantische Suche
(Betreuerin Claudia Hess) 

Mittlerweile schmücken sich viele Suchmaschinen mit dem Label "Semantische Suche". Allerdings gehen nur wenige dieser Suchmaschinen über eine reine Erkennung von synonymen Begriffen hinaus. Welche innovativen Ansätze gibt es, Ontologien effizient zur Verbesserung der Suchtreffer einzusetzen sowie den Benutzer bei der Exploration der Ergebnisse zu unterstützen?

Einstiegspunkte für Literaturrecherche:

Semantic Search 2008 Workshop, Located at the 5th European Semantic Web Conference ESWC2008, http://km.aifb.uni-karlsruhe.de/ws/semsearch08

SemSearch2009, Semantic Search 2009 Workshop, Located at the 18th Int. World Wide Web Conference WWW2009, http://km.aifb.uni-karlsruhe.de/ws/semsearch09

 

5. Semantic Personal Information Managament
(Betreuer: Wolfgang Wörndl)

Persönliches Informationsmanagement (engl. personal information management, PIM) bezeichnet Tätigkeiten, die Benutzer durchführen, um ihre persönlichen Informationen erfassen, organisieren, abfragen, austauschen und verwenden zu können. Eine Möglichkeit, PIM zu unterstützen, besteht in der Auwednung von Semantic Web Technologien und Ontologien. Dabei können Benutzer persönliche Ontologien definieren und Resourcen wie Dokumente, Termine und Kontaktdaten mit Relationen versehen und abfragen. Dies ist die Grundidee eines "(Social) Semantic Desktops". In diesem Vortrag soll ein Überblick über dieses aktuelle Forschungsgebiet gegeben werden.

Leo Sauermann, Ansgar Bernardi, Andreas Dengel: "Overview and Outlook on the Semantic Desktop", Proc. of the 1st Workshop on The Semantic Desktop at the ISWC 2005 Conference, 2005.
http://www.dfki.uni-kl.de/~sauermann/papers/Sauermann+2005d.pdf

Paul Chirita, Stefania Ghita, Wolfgang Nejdl, Raluca Paiu, "Semantically Enhanced Searching and Ranking on the Desktop", Proc. of the 1st Workshop on The Semantic Desktop at the ISWC 2005 Conference, 2005.
http://citeseerx.ist.psu.edu/viewdoc/download?doi=10.1.1.69.9983&rep=rep1&type=pdf

Stefan Decker, Martin Frank: "The Social Semantic Desktop", DERI Technical Report 2004-05-02, May 2004.
https://www.know-center.at/content/download/1411/7540/file/Decker%202004%20-%20Social%20Semantic%20Desktop.pdf

Tudor Groza et.al., "The NEPOMUK Project - On the way to the Social Semantic Desktop", Proc. of I-Semantics, 2007.
http://pages.usherbrooke.ca/ncliche/wordpress/wp-content/isemantics2007nepomuk.pdf

 

6. Social Networks and Folksonomies
(Betreuer: Walter Kammergruber)

Social Tagging und soziale Netzwerke sind zentrale Bausteine des Web 2.0. Im Gegensatz zum „normalem“ Tagging spielt dabei die soziale Komponente eine entscheidende Rolle. Gelingt es individuelles implizites Tagging-Verhalten explizit und nutzbar zu machen, so
entsteht ein entscheidender Mehrwert. Welche Ansätze existieren um aus Folksonomies Nutzerprofile zu generieren und Communities of Interest, bzw. Expertennetzwerke zu finden?

[1] A. Java, A. Joshi, and T. Finin, “Detecting commmunities via
simultaneous clustering of graphs and folksonomies,” in WebKDD 2008
Workshop on Web Mining and Web Usage Analysis, August 2008.

[2] X. Li, L. Guo, and Y. E. Zhao, “Tag-based social interest
discovery,” in Proceedings of the 17th International World Wide Web
Conference. ACM, 2008, pp. 675–684. [Online]. Available:
http://www2008.org/papers/pdf/p675-liA.pdf

[3] V. Zanardi and L. Capra, “Social Ranking: Uncovering Relevant
Content Using Tag-based Recommender Systems,” in RecSys '08:
Proceedings of the 2008 ACM conference on Recommender systems. New
York, NY, USA: ACM, 2008, pp. 51–58. [Online]. Available:
http://dx.doi.org/10.1145/1454008.1454018
 


7. Social Semantic Networks
(Betreuer: Walter Kammergruber) 

Soziale Netzwerke gewinnen seit dem Web 2.0 Hypes  mit der zunehmenden Verbreitung von Diensten, wie Facebook, StudiVZ, LinkedIn oder Twitter an Bedeutung. Das Problem bei diesen Anwendungen ist allerdings,  dass es sich jeweils zumeist um properitäre geschlossene Systeme handelt. Man kann beispielsweise von StudiVZ aus auf keine Freunde in Facebook verweisen und vice versa. Mittels Semantic Web Technologien lassen sich User eindeutig referenzieren und Verbindungen jeglicher Art beschreiben.

Welche Ansätze gibt es um mittels Semantic Web Technologien Soziale Netzwerke zu modellieren?

[1] J. Breslin and S. Decker. The future of social networks on the
internet: The need for semantics. IEEE Internet Computing,
11(6):86–90, 2007.

[2] G. Erétéo, M. Buffa, F. Gandon, P. Grohan, M. Leitzelman, and P.
Sander. A State of the Art on Social Network Analysis and its
Applications on a Semantic Web. In SDoW2008, workshop at ISWC, volume
2008, 2008.

[3] Peter Mika. Ontologies are us: A unified model of social networks
and semantics. In Yolanda Gil, Enrico Motta, V. Richard Benjamins, and
Mark A. Musen, editors, The Semantic Web - ISWC 2005, Proceedings of
the 4th International Semantic Web Conference, ISWC 2005, Galway,
Ireland, November 6-10, volume 3729 of Lecture Notes in Computer
Science, pages 522–536. Springer, 2005.

 

8.  Searching
(Betreuer: Florian Wolf) 

"Suchen" als spezieller, verschiedene wissenschaftliche Disziplinen berührender Teil-Aspekt des Information-Retrievals und des Wissens-Managements. Wie suchen Menschen nach Informationen? Gibt es „prototypische Such-Workflows“? Wie sollten demzufolge Suchmaschinen-Interfaces aufgebaut sein?

”information foraging”:
  1. Bush, V (1945). As we may think. The Atlantic Monthly.
  2. Fu, WT & Pirolli, P (2007). SNIF-ACT: A cognitive model of user navigation on the world wide web. Human-Computer Interaction.
  3. Pirolli, P (2009). An elementary social information foraging model. Proceedings of CHI 2009, Boston, MA.
  4. Pirolli, P, Wollny, E & Suh, B (2009). So you know you’re getting the best possible information: A tool that increases Wikipedia credibility. Proceedings of CHI 2009, Boston, MA.
“search user interfaces”:
  1. Hearst, MA (2009). Search user interfaces. Cambridge University Press, Cambridge, UK. http://searchuserinterfaces.com/book/
  2. Hearst, MA & Rosner, D (2008). Tag clouds: Data analysis tool or social signaler? Proceedings of HICSS 2008, Waikoloa, HI.


9. Networked Information
(Betreuer: Florian Wolf)

„networked information“:= zwischen Informationen bestehen schon Beziehungen (also keine ungeordnete Menge von Informationen)

  1. Huberman, BA, Romero, DM & Wu, F (2009). Social networks that matter: Twitter under the microscope. First Monday.
  2. Information in sozialen Netzen:
  3. Adamic, L, Bhavnani, SK & Shi, X (2007). Scatter networks: A new approach for analyzing information scatter. New Journal of Physics.
  4. Leskovec, J, Backstrom, L & Kleinberg, J (2009). Meme-tracking and the dynamics of the news cycle. Proceedings of the ACM SIGKDD, Paris, France.


10. Clustering im Informations- und Wissensmanagement
(Betreuer: Florian Wolf) 

Welche grundsätzlichen Clustering-Ansätze gibt es? Wo gibt es Parallelen zwischen dem, was Menschen als ähnlich betrachten und dem, was Clustering-Algorithmen als ähnlich betrachten? Graph-basiertes vs. Vektor-basiertes Clustering, Maße für Dokument-Ähnlichkeit:

  1. Veronis, J (2004). HyperLex: Lexical cartography for information retrieval. Computer Speech and Language.
  2. Lee, MD, Pincombe, B & Welsh, M (2005). An empirical evaluation of models of text document similarity. Proceedings of the 27th CogSci, Streza, Italy.

 

11. Ontology Evolution
(Betreuer: Robert Eigner) 

Da sich das mit Hilfe von Ontologien formalisierte Wissen im Laufe der Zeit verändern kann, müssen Ontologien weiterentwickelt und angepasst werden können - man spricht in diesem Falle von "Ontology Evolution". Diese Evolution kann aus mehreren Gründen notwendig werden: (1) Das zu modellierende Domänenwissen hat sich verändert, weil sich die Domäne geändert hat. (2) Die Sichtweise auf die Domäne hat sich verändert, (3) Zusätzliches Wissen, das vorher nicht von Belang war, soll in eine Ontologie inteegriert werden oder (4) das zuvor modellierte Wissen war fehlerhaft. Dieser Seminarvortrag soll Methoden, Techniken und Probleme der Ontology Evolution näher beleuchten.

- Noy, N.F., Klein, M.: Ontology Evolution: Not the Same as Schema Evolution. Knowledge and Information Systems 6 4 (2004) 428-440

- Flouris, G., Plexousakis, D., Antoniou, G.: Evolving Ontology Evolution. In: Proceedings of the 32nd Conference on Current Trends in Theory and Practice of Computer Science (SOFSEM2006), Merin, Czech Republic, 2006

- Stojanovic, L., Maedche, A., Stojanovic, N., Studer, R.: Ontology Evolution as Reconfiguration-Design Problem Solving. In Proceedings of the 2nd International Conference on Knowledge Capture (2003) 162-171

- Haase, P., Stojanovic, L.: Consistent Evolution of OWL Ontologies. In: Proceedings of the 2nd European Semantic Web Conference (2005)

- Heflin, J., Hendler, J., Luke, S.: Coping with Changing Ontologies in a Distributed Environment. In: Proceedings of the Workshop on Ontology Management of the 16th National Conference on Artificial Intelligence (1999) 74-79

 

12. Beschreibungslogiken
(Betreuer: Robert Eigner)

Beschreibungslogiken sind eine Technik, um Wissen zu repräsentieren. Mit ihnen können Konzeptdefinitionen einer Wissens- bzw. Anwendungsdomäne auf eine strukturierte und formal wohldefinierte Art und Weise niedergeschrieben und mit Relationen miteinander in Beziehung gesetzt werden. Die semantische Grundlage für solche Beschreibungen bildet die Prädikatenlogik erster (und u. U. höherer) Ordnung, so dass man automatisch Rückschlüsse aus den vorhandenen Daten ziehen, Widersprüche erkennen und fehlendes Wissen erschließen kann. Ziel dieses Seminarvortrags ist die Erarbeitung der grundlegenden Begriffe, Prozesse und Tools im Umgang mit Beschreibungslogiken, eine kurze Vorstellung Ihrer Einsatzzwecke und Grenzen und ein Brückenschlag zu Ontologien, eine der Schlüsseltechnologien des Semantic Web.

- Baader, F., Calvanese, D., McGuinness D.L., Nardi, D., Patel-Schneider, P.F.: The Description Logic Handbook: Theory, Implementation, and Applications. Cambridge University Press, 2007

- Hitzler, P., Krötzsch, M., Rudolph, S., Sure, Y.: Semantic Web: Grundlagen. Springer, Berlin, 2007

- Staab, S., Studer, R.: Handbook on Ontologies. Springer, Berlin, 2003

- Pellegrini, T., Blumauer, A.: Semantic Web: Wege zur vernetzten Wissensgesellschaft. Springer, Berlin, 2006

- Antoniou, G., Van Harmelen, F.: A Semantic Web Primer. MIT Press, 2008

 

13. Mobile & Context-aware Knowledge Management
(Betreuer: Wolfgang Wörndl)

Mobiles Knowledge Management ist insbesondere dadurch gekennzeichnet, dass eine Verwaltung von Informationen auf mobilen Endgeräten durch Limitationen bzgl. der Displaygröße, Ein- und Ausgabemöglichkeiten, Rechenleistung und Netzwerkbandbreite eingeschränkt ist. Darüberhinaus werden mobile Endgerät i.d.R. nicht immer in selben Kontext eingesetzt, z.B. kann die aktuelle Position des Benutzers eine richtige Rolle spielen, welche Information wohl für ihn/sie gerade von Interesse ist. Das Knowledge Management sollte daher an den aktuellen Kontext des Benutzers angepasst werden. In diesem Vortrag soll ein Überblick über Herausforderungen und Lösungsmöglichkeiten von mobilen und kontextsensitiven Knowledge Management gegeben werden.

- Peter Morville: Ambient Findability. O'Reilly, 2005.

- Ajit Joakar and Tony Fish: Mobile Web 2.0. Futuretext, 2006.

- Matthias Grimm, Mohammad-Reza Tazari and Dirk Balfanz: Towards a Framework for Mobile Knowledge Management. PAKM 2002, LNAI 2569, Springer, 2002.

- Olaf Thiele, Hartwig Knapp, Martin Schader and Nicolas Prat: A context-aware architecture for mobile knowledge management. WINSYS 2006. http://schader.bwl.uni-mannheim.de/_files/publikationen/WINSYS2006.pdf

 

 14. Geographic Information Retrieval
(Betreuer: Wolfgang Wörndl)

Geographic Information Retrieval (GIR) bezeichnet eine Erweiterung klassischer Information Retrieval Methoden für den Zugriff auf ortsbezogene Daten. Dabei werden Geo-referenzierte Datenobjekte einer strukturierten Datenbasis als Ergebnis einer Benutzeranfrage zurückgegeben. Ein Beispiel sind spatiale Constraints wie z.B. eine Suche nach Hotels in London. Ein Teilbereich von GIR ist auch "Geotagging", also der Zuweisung raumbezogener Referenzinformationen zu Datenobjekten. In diesem Vortrag soll ein Überblick über dieses Forschungsgebiet gegeben werden.

- Christopher Jones and Ross Purves: Geographical Information Retrieval. http://users.cs.cf.ac.uk/C.B.Jones/articles/GIReditorial_ijgis2008.pdf

- Beiträge im Workshop on Geographic Information Retrieval: http://www.geo.uzh.ch/~rsp/gir08/ (und frühere Workshops)

- Arno Scharl: Towards the Geospatial Web: Media Platforms for Managing Geotagged Knowledge Repositories. http://www.globemediasolutions.com/docs/sample%20chapter%20Geospatial%20Web.pdf